Künstlicher Ersatz von Hüft- und Kniegelenken
Ersatz eines Kniegelenkes
Synonyme Künstliches Kniegelenk, Kniegelenksprothese, Kunstkniegelenk, Kniegelenksendoprothese, Kniegelenkstotalendoprothese (KTE, KTEP), Knie-TEP, Oberflächenersatz, unikondylärer und bikondylärer Oberflächenersatz
Wenn schwere Knorpelschäden des Kniegelenkes vorhanden sind, und/oder starke Knochenveränderungen vorliegen, die nicht nur Schmerzen, sondern auch Achsenverbiegungen, Bandinstabilitäten und Bewegungseinschränkungen verursachen, sodass keine anderen Behandlungen (Medikamente, Kranken-gymnastik oder ein arthroskopischer Eingriff) mehr helfen, ist ein Gelenkersatz angezeigt. Je nach Ausdehnung des Schadens können verschiedene Prothesen (Implantate) am Knie eingesetzt werden. Beim Ersatz eines Kniegelenkes durch ein künstliches Kniegelenk handelt es sich um einen Eingriff, bei dem die verschlissenen Oberflächen des Kniegelenks durch Metall- und Kunststoffkomponenten ersetzt werden. Hierfür werden das untere Stück des Oberschenkelknochens (Femur) sowie das obere Stück des Schienbeins (Tibia) entfernt und die Knochenenden durch entsprechende künstliche Komponenten ersetzt. Außerdem kann auch die Rückseite der Kniescheibe (Patella) erneuert werden.
Teilweiser (unikondylärer) Kniegelenksersatz Ist nur ein Teil bzw. eine Seite des Kniegelenkes abgenutzt, wird nur der abgenutzte Teil des Knies erneuert. Man spricht von einseitigem Kniegelenkersatz bzw. einem einseitigen Oberflächenersatz (Schlitten). Das neues Knie besteht dann aus einer Metallkomponente am unteren Ende des Oberschenkelknochens und einer Metall-komponente am oberen Ende des Schienbeinknochens auf der zu ersetzenden Gelenkseite. Ein Zwischenstück aus Kunststoff (evtl. mit Metallmarkierung) liegt zwischen den Metallkomponenten.
Totaler (bicondylärer) Kniegelenkersatz Beim totalen Kniegelenkersatz bzw. Oberflächenersatz werden die verletzten oder verschlissenen Oberflächen des Kniegelenks durch künstliche Oberflächen ersetzt (Doppelschlitten). Das neue Knie besteht aus einer Metallkomponente am Ende des Oberschenkelknochens und einer Metallkomponente am oberen Ende des Schienbeinknochens. Zwischenstücken aus Kunststoff (mit Metallmarkierung) liegen zwischen den Metallkomponenten. Wenn notwendig wird die Kniescheibenrückseite ebenfalls ersetzt. Die Doppelschlittenprothese kann auch bei zerstörten Kreuzbändern eingesetzt werden und liefert als Resultat eine Stabilisierung des Gelenkes, in dem eine Verzapfung zwischen den Metallkomponenten des Oberschenkels und des Schienbeins hergestellt wird. Jedes Jahr bekommen ca. 160.000 Patienten in Europa ein künstliches Kniegelenk, davon 80.000 alleine in Deutschland!
Ersatz eines Hüftgelenkes
Synonyme künstliches Hüftgelenk, Hüftgelenkstotalendoprothese (HTEP oder TEP), Hüftgelenksprothese, Hüfttotalendoprothese (HEP, TEP, HTEP ) Hüftendoprothese, Gelenkersatz, Hüftgelenksersatz.
Bei starkem Hüftgelenksverschleiß (Koxarthrose, Coxarthrose) bestehen große Knorpellschäden und/oder knöchernen Veränderungen am Hüftgelenk. Schmerzen, geminderte Mobilität und eingeschränkte Lebensqualität prägen das Leben der betroffenen Menschen.
Helfen Medikamente oder Maßnahmen wie die physikalische Behandlung mit Wärme, Kälte, Schonung, Massagen, Elektrotherapie oder Ultraschalltherapie, ferner die Krankengymnastik, sprich Physiotherapie, zur Besserung der Beweglichkeit und Erhöhung der Muskelkraft nicht mehr ausreichend, um Schmerzen zu reduzieren und die Mobilität zu erhöhen, so kann hier die Hüftprothese entscheidende Besserung der Schmerzen, der Mobilität und der Lebensqualität bringen.
Wird eine Hüftprothese eingesetzt (implantiert), ersetzt man den Gelenkanteil des Beckens (Pfanne) durch eine Pfannenprothese ( „künstliche Pfanne“), die aus einer Metallschale mit Polyethyleneinsatz oder nur aus Polyethylen gefertigt ist. Der Hüftkopf und der Schenkelhals werden durch den Prothesenschaft mit auf-sitzendem Kunstkopf ersetzt. Die Metallschale und der Prothesenschaft bestehen aus speziellen Stahllegierungen oder Titan, der Kunststoff aus Keramik.
Man unterscheidet die zementfreie (press-fit-Technik) und die zementierte Prothesenverankerung. Zementfreie Prothesenverankerung bedeutet, die Prothesenteile Pfanne und Schaft werden ohne Knochenzement festgesetzt. Zementierte Prothesenverankerung setzt die Prothesenteile mittels Knochenzement fest. Es gibt zudem die Möglichkeit der so genannten Hybridversorgung. Hier wird die Pfannenschale im Becken ohne Zement, der Hüftschaft im Oberschenkelknochen mit Knochenzement verankert. Auch die Möglichkeit nur eine Oberflächenkappe auf den Hüftkopf zu zementieren wird eingesetzt.
Die Entscheidung für die Art der Verankerung ist im Einzelfall zu treffen. Sie ist nicht nur vom Alter des Patienten sondern auch von der Beschaffenheit des Knochens abhängig. Bei älteren Patienten ist die Verwendung eines zementierten Schaftes häufig ratsam, da das Risiko einer verzögerten Einheilung und verlängerten Mobilisierung entfällt.
Auch so genannte Hemi-Prothesen werden implantiert. In diesem Fall werden nur der Schenkelhals und der Hüftkopf, nicht aber die Pfanne erneuert. Voraussetzung hierfür ist eine gut erhaltene Hüftpfanne, wie es zum Beispiel bei der isolierten Schenkelhalsfraktur der älteren Menschen vorkommt. Pro Jahr werden in Deutschland ca. 150.000 Hüftendoprothese eingesetzt.
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