Komplexe Fußoperationen
FußchirurgieEin zunehmender Anteil der Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder hat Beschwerden an den Füßen. Die meisten Probleme lassen sich ohne Operation zumindest verbessern oder auch beseitigen: durch Einlagen, angepasstes Schuhwerk, Polsterungen und eine gezielte Krankengymnastik. Bei einigen Erkrankungen ist allerdings doch ein operativer Eingriff notwendig. Ziel der Operation ist es, die gestörte Funktion des Fußes wiederherzustellen, um damit die Schmerzen, wenn nicht zu beseitigen, zumindest zu lindern. Kosmetische Gründe zu einer Operation stellen nur in Ausnahmefällen einen Grund dar. Bis vor 20 Jahren war die Fußchirurgie der sogenannte Stiefsohn der Orthopädie. Mittlerweile, aufgrund der neuen physiopathologischen Erkenntnisse, hat sich die Fußchirurgie deutlich entwickelt. Die Zahl der Operationen ist mittlerweile um circa 137 gestiegen. Das zeigt auf der einen Seite, dass noch keine ideale Operation erfunden ist, auf der anderen Seite zeigt das, dass sich die Operationen dem Fuß anzupassen versuchen. Im Grunde genommen sind die meisten Probleme durch sogenannte Großzehenballen verursacht, sowie Großzehengrundgelenksarthrose auf der einen Seite und die Hammerzehen, Krallen- oder Klauenzehen. Unter einem Großzehenballen (Hallux valgus) versteht man eine Abweichung des Großzehengrundgelenks nach kleinzehwärts. Die Fehlbelastung des Fußes führt zu einer Aufspreizung zwischen den beiden ersten Mittelfußknochen und damit zum Heraustreten des ersten Mittelfußköpfchens. Nicht eine Knochenanlagerung, sondern das herausgetretene Mittelfußköpfchen bildet den Ballen. Je nach Ausprägungsgrad kommen verschiedene Operationen zur Anwendung. Es wird unterschieden zwischen einer leichten, mittelschweren und schweren Form. In leichter und mittlerer Form wird meistens eine sogenannte distale Osteotomie durchgeführt. In einer schweren Form ist der Ballen so stark ausgeprägt, dass eine Umstellung des ersten Mittelfußknochens im Basisbereich notwendig ist. Wenn der Ballen auch mit einer ausgeprägten Verschleißerscheinung an dem Großzehengrundgelenk verbunden ist, ist manchmal auch die Versteifung des Großzehengrundgelenks notwendig. Mitunter ist auch eine sogenannte Versteifung zwischen dem ersten Strahl des Mittelfußknochens und des ersten Fußwurzelknochens, die sogenannte Lapidus-Arthrodese, notwendig. |
