Physikalische Therapie
In der Physiologie des menschlichen Körpers spielt der Strom eine wichtige Rolle. So kann man auch mit Hilfe von Elektrotherapie Heilungsprozesse auf muskulärer und neurologischer Ebene erreichen. Stromanwendung kann also eine Stoffwechselanregung, Durchblutungssteigerung, Muskellockerung und Muskelaufbau bewirken. Chronische und akute Schmerzen können durch Reizströme gelindert werden, dazu zählen Muskelrheumatismus, Beschwerden im Bereich der Gelenkkapseln, Bänder und Sehnen. Ausserdem hat die Elektrotherapie einen positiven Effekt bei Hauterkrankungen, Nervenschmerzen und -entzündungen.
Folgende physikalische, nicht invasive Therapieformen bieten wir an: Galvansition, Iontophorese, Diadynamische Ströme, Interferenzstrom, Kurzwelle, Extensionen
Wir unterscheiden folgende Stromformen in ihrer Wirkung: Gleichstrom: Glavanischer Strom (Ionophorese, Plattenelektroden, Stangerbad) Niederfrequenz-Ströme mit 0 bis 1000 Hz : diadynamischer Strom, Uktrareizstrom, TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) Mittelfrequenz-Ströme mit 1000 Hz bis 300 kHz: Interferenzstrom Hochfrequenz- Ströme mit über 300 kHz: Ultraschall, Kurzwelle, Dezimeterwelle, Mikrowelle
Eine wesentliche Zielsetzung der Reizstrom-Therapie ist die Durchblutungsförderung (Hyperämie). Durch den Strom, der dem Körper meist über Elektroden zugesetzt wird, wird die Durchblutung in diesen Bereichen vermehrt angeregt. Diese Mehrdurchblutung ist nicht nur an der Körperoberfläche, die sich durch eine Rötung auszeichnet, sondern auch im gesamten durchströmten Gewebe. Die Reizbarkeit der geweiteten Gefäße ist noch nach Tagen der Behandlung erhöht. Durch den erhöhten Blutfluß werdem dem Gewebe mehr Sauerstoff und Nährstoffe angeboten, sowie der Abtransport von Schadstoffen gesteigert. Die Hyperämie bewirkt also eine schnellere Regeneration des Gewebes (Stoffwechselsteigerung, Resorptionssteigerung, Verbesserung der Entzündungshemmung und Immunabwehr) Neben der Durchblutungsförderung werden durch einen Stromfluß Muskelaktionen und Schmerzlinderung hervorgerufen.
1. Erkrankungen des Bewegungsapparates (Muskeln, Sehnen, Knochen, Gelenke, Kapseln, Bänder) bei Frakturen, Muskelrissen, Arthrosen, Chondrosen, Sehnenscheidenentzündung, Muskelrheumatismus 2. Erkrankungen des Nervensystems: Lähmungen, Schmerzen (Ischialgie, Trigeminusneuralgie, Herpes Zoster...) 3. Durchblutungsstörungen 4. Funktionsstörungen Innerer Organe: Verdauungsprobleme (Opstipation), vegetative Funtionsstörungen....
Gegenanzeigen: Metalle (Endoprothesen, Spirale), Schrittmacher, Entzündungen der Haut, Hautdefekte, Verbrennungen, Allergien, fehlende Oberflächensensibilität, Thrombosen, arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen), maligne Tumore, fortgeschrittene Ateriosklerose, Fieber, Schwangerschaft, bei Kindern nicht im Bereich der Wachstumsfugen.
Galvanischer Strom: Der Galvanische Strom ist ein konstanter elektrischer Gleichstrom, dessen Intensität und Richtung gleichmäßig bleiben. Eine Anwendung ist nur großflächich möglich: Plattenelektroden (Quer- und Längsdurchströmen möglich), Iontophorese, Vierzellenbad, Stangerbad. Wirkung: Hyperämie, Überwärmung und Ionenwanderug (führt zu Schmerzlinderung). Indikation: Arthrosen (Gelenkverschleiss), Entzündung von Muskeln, Bänder,Sehnen und Nerven, Ischiasschmerzen, Nervenblockaden wie ,,Hexenschuss", Blutergüsse, Muskelrheumatismus, etc. Risiken: Verätzungsgefahr bei Gleichstrom ist stärker als bei Wechselstrom
Iontophorese: Iontophorese wird benutzt, um Medikamente über intakte Hautstellen in den Körper einzubringen. Hierbei wird Galvanischer Gleichstrom angewandt. Die Medikamente werden je nach Polarität des wirksamen Anteils mit gleichgepolten Elektroden appliziert. Eine stärkere Wirkung des Medikamentes kann durch die entstehende Ionenwanderung hervorgerufen werden. Der Vorteil ist die Umgehung der Magen-Darm-Passage und eine exakte lokale Anwendung. Je nach Medikament ist die Wirkung entzündungshemmend und schmerzlindernd. Indikation: Arthrosen (Gelenkverschleiss), Sehnen- und Hautentzündungen, Blutergüsse, Muskelschmerzen, Tennisellenbogen
Diadynamische Ströme: Diadynamischer Ströme entsprechen pulsierenden Gleichströmen. Diese Stromformen sind nicht konstant, sondern enthalten halbwellenförmige Pulsierungen im festgelegten Rhythmus (je nach Stromqualität). Verschieden Stromqualitäten können einzeln odern kombiniert angewandt werden. Die Wirkung ist von der Stromqualität abhängig und kann schmerzlindernd, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd, nervendämpfend und/oder entspannend sein. Indikation: Arthrosen, Nervenschmerzen, Muskelzerrungen, Verstauchungen, Prellungen, etc.
Interferenzstrom: Interferenzströme sind mittelfrequente Wechselströme (ca. 4000 Hz), die durch Überlagerung von 2 oder mehreren Wellen (unterschiedlicher Frequenz) entstanden sind. Der Vorteil hierbei ist eine nahezu schmerzfreie Applikation, da in der Haut nur reizschwache Ströme wirken, während im Körper durch Amplitudenmodulation der Interferenzstrom intensiviert werden kann. Somit ist diese Stromart gut tiefenwirksam, ohne nebenbei ein unangenehmes Stromgefühl zu erzeugen. Verätzungen sind aufgrund der schnellen Richtungsänderung des Stromflusses nahezu ausgeschlossen. Die Gefahr einer Gewöhnung des Nervensystems ist durch die Amplitudenmodulation sehr gering. Wirkung: Hyperämie mit Steigerung der Entzündungshemmung und des Stoffwechsels; Schmerzlinderung; Muskelrelaxation Indikation: Arthrosen, Nervenschmerzen, Distorsion, Luxation, Kontusion, Muskelzerrung, Morbus Sudeck, Lumbago, etc.
Kurzwelle: Bei der Therapie mit hochfrequenten Strömen werden Kurzwellen und Mikrowellen eingesetzt. Dabei werden elektromagenetsiche Felder erzeugt. Hierbei ensteht tiefenwirksame Wärme, die in der Orthopädie bei chronischen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates genutzt wird ( z.B bei Arthrosen, rheumatische Prozesse Myalgien, Neuralgien, etc). Neben Hyperämie und Stoffwechselsteigerung erzeugt die Wärmewirkung auch ein Relaxierung der Muskeln. Bei akuten Beschwerden wird eine kleine Stromdosis täglich 2-5 min angewandt, bei chronischen Erkrankungen werden höhere Dosen 10-15 min 1-3 mal pro Woche appliziert. Extension: Bei der Extension handelt es sich um hochfrequente Mikrowellen unter gleichzeitiger Zugausübung an blockierten Gelenken oder verspannten Muskeln. Im Bereich der kleinen Wirbelgelenke (Hals- und Lendenwirbelsäule) kommt es häufig zu Verspannungen, Blockierungen oder schmerzhaften Verschleißerscheinungen. Intermittierende Extension kann die Gelenkblockaden lösen und durch Dehnung der Muskulatur im Hals-und Lendenwirbelbereich die Verspannungen lockern.
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